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Kulturelle Entdeckungen: Das September-Programm des Bulgarischen Kulturinstituts

Wie die bulgarische Nachrichtenagentur BNR berichtet, öffnet das Bulgarische Kulturinstitut in Berlin mit seinem Septemberprogramm eine kleine kulturelle Schatzkiste.

Kulturelle Entdeckungen: Das September-Programm des Bulgarischen Kulturinstituts

Für alle, die hier leben und Deutsch lernen, ist das eine schöne Einladung, die Stadt noch einmal anders zu entdecken – zwischen Ausstellungen, einer Buchpremiere, einer Filmpremiere und kleinen Sprachworkshops anlässlich des Internationalen Tags der Sprachen.

Cyrillisch für Neugierige – Workshops in den Bibliotheken

Viele von uns erinnern sich gut daran, wie es sich anfühlt, wenn beim Deutschlernen plötzlich Umlaute und das ß ins Spiel kommen. Genau dieses Anfänger-Glücksgefühl können Interessierte am 24. und 25. September selbst erleben – nur in einer anderen Schrift. Das Bulgarische Kulturinstitut lädt nach Angaben des Instituts zu zweitägigen Minikursen ein, in denen unter Anleitung von Militsa Todorova das kyrillische Alphabet Schritt für Schritt erarbeitet wird. Am Ende steht eine gemeinsame Ausstellung, in der alle Teilnehmenden ihren eigenen Namen in kyrillischer Schrift zeigen. Die Kurse finden in der Schiller-Bibliothek (Müllerstraße 149) und in der Fahrbibliothek (Götzstraße 8/10/12) statt – eine niedrigschwellige Gelegenheit, einmal über den Tellerrand der eigenen Lernsprache hinauszuschauen.

Kunst ohne Grenzen – Ausstellungen und Literatur im September

Im selben Monat sind zwei Ausstellungen zu sehen. Noch bis zum 8. September zeigt „Traces in Space" über 30 Bühnenbildprojekte, die zwischen Theater und bildender Kunst wandern – kuratiert von Hanna Schwarz und Petar Mitev. Ab dem 11. September ergänzt „GRENZENLOS" das Programm: Zwölf etablierte bulgarische Künstlerinnen und Künstler arbeiten dort mit transparenten und durchscheinenden Materialien und fragen, was passiert, wenn wir feste Grenzen überschreiten. Die Kuratorenarbeit übernimmt Prof. Orlin Dvoryanov.

Ergänzend wird am 8. September laut BNR der Roman „Rivers of Time" von Evgenia Krasteva-Blagoeva vorgestellt. Das Buch folgt zwei Familien durch die Balkankriege, den Ersten Weltkrieg und die Schrecken der Lager Kutschjan und Belene. Bei der Präsentation sind nach BNR-Angaben die Autorin sowie Boris Despodov, Goran Blagoev und Desislava Bobenkova dabei.

Deutsche Regie in Berlin: „The Dreamed Adventure"

Ein Termin, der für uns Deutschlernende besonders spannend ist: Am 24. September feiert der Film „The Dreamed Adventure" der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach im Kino International (Karl-Marx-Allee 33) Premiere. Grisebach erzählt die Geschichte der Archäologin Veska, die in ihre Heimatstadt Swilengrad zurückkehrt und dort Said begegnet – einem alten Bekannten aus dem Rhodopengebirge.

Wir sehen hier einen Film aus deutscher Regie über eine Region, die uns im Alltag eher selten begegnet. Genau das macht das Deutschlernen in Berlin besonders: Wir verlassen das Übungsheft und tauchen in Geschichten ein, die unseren Blick erweitern. Eine Ausstellung lässt sich auch mit wenig Wortschatz erschließen, ein Film mit deutschen Untertiteln wird zur Lerngelegenheit, und ein Workshop zeigt uns, wie es sich anfühlt, selbst noch einmal Lernende zu sein. Schritt für Schritt wächst so nicht nur der Wortschatz, sondern auch das Gefühl, in dieser Stadt wirklich angekommen zu sein.