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Ljudmila Bilkić: Warum menschliche Interaktion beim Deutschlernen unersetzlich bleibt

In einem Interview mit der Studierendenzeitung The Wesleyan Argus gibt Ljudmila Bilkić, neue Assistenzprofessorin für German Studies an der Wesleyan University, spannende Einblicke in ihren Weg zur Deutschlehrerin.

Ljudmila Bilkić: Warum menschliche Interaktion beim Deutschlernen unersetzlich bleibt

Besonders interessant für uns: Sie war die erste deutsche Sprachbeitragende bei Duolingo und bringt 16 Jahre Unterrichtserfahrung aus den unterschiedlichsten Kontexten mit – von Unternehmen über die Bundeswehr bis zur Universität.

Apps sind Helfer, die Lehrkraft bleibt das Herz

Bilkić erzählt im Gespräch offen, dass ihr die Duolingo-Gründer beim Bewerbungsgespräch gesagt hätten, sie wollten mit der App langfristig die Lehrkraft ersetzen. Ihre damalige Reaktion war ehrliches Lachen. Heute sieht sie das genauso: Digitale Angebote sind eine wunderbare Ergänzung, aber der menschliche Kontakt bleibt für sie das Herzstück jedes Lernprozesses.

Für alle, die gerade einen Deutschkurs suchen, heißt das: Ihr dürft euch von der App-Welt nicht verunsichern lassen. Das echte Gespräch, die geduldige Erklärung einer Nuance, das gemeinsame Dranbleiben – all das kann keine App ersetzen. Nutzen wir sie als Übungsfeld, aber suchen wir uns das lebendige Gegenüber.

Wenn das Klassenzimmer selbst fremd ist

Bilkić kam als Kind aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland und beschreibt eindrücklich, wie es sich anfühlt, in einem Klassenzimmer zu sitzen und kein Wort der Sprache zu können – und trotzdem funktionieren zu sollen. Genau diese Erfahrung fließt heute in ihre Lehre ein.

Wer selbst einmal in einem Kurs saß und sich beim Sprechen unwohl gefühlt hat: Das gehört dazu. Bilkićs Biografie zeigt, dass solche Stolpersteine später zu einer besonders empathischen und praxisnahen Lehre führen können. Sie hat in den unterschiedlichsten Kontexten unterrichtet und überall ihren eigenen Stil weiterentwickelt. Seit 2018 ist sie Vollzeitprofessorin und brennt für die eins-zu-eins-Arbeit mit Studierenden.

Lernen darf auch sexy sein

Bilkićs Schwerpunkte reichen vom zeitgenössischen Film über Migrationsgeschichte bis hin zu kreativen Lehrformaten – sie selbst sagt im Interview, dass Lernen auch sexy sein darf. Dieser Ansatz passt zu aktuellen Entwicklungen in der Branche: In den letzten Tagen berichten verschiedene Medien über neue Sprachlernplattformen für Schulen und über Formate wie Microdramas, die gezielt für das Sprachenlernen produziert werden. Der Markt bewegt sich, die Methoden werden vielfältiger.

Was heißt das für unseren Alltag? Ich nehme aus dem Interview drei Gedanken mit. Feiert eure eigenen Umwege – Bilkićs Weg zur Professur war alles andere als gerade, und genau das macht ihre Perspektive reich. Kombiniert Apps und Kurse: Wer mit der App Vokabeln übt und sie im Kurs oder mit einem Tandempartner anwendet, macht die größten Fortschritte. Und gebt dem Prozess Zeit. Sprache ist ein Marathon, nicht ein Sprint, aber jeder Schritt zählt.