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Wandel beim Goethe-Institut: Wie sich die Kulturvermittlung neu erfindet

Das Goethe-Institut steckt laut einem aktuellen SWR-Beitrag in einem tiefgreifenden Transformationsprozess.

Wandel beim Goethe-Institut: Wie sich die Kulturvermittlung neu erfindet

Das weltweit tätige Kulturinstitut vermittelt Sprache und Kultur, sieht sich jedoch mit Sparzwängen und geopolitischen Spannungen konfrontiert. Für uns Deutschlernende bedeutet das: Die Anlaufstellen, die wir kennen, verändern sich – und es lohnt sich, gemeinsam genauer hinzuschauen.

Mehr als nur ein Sprachkursanbieter

Wenn wir an das Goethe-Institut denken, haben viele von uns sofort das Deutschlernen im Kopf. Das ist nur ein Teil der Aufgabe. Wie SWR berichtet, organisiert das Institut weltweit Kulturaustausch und Kulturveranstaltungen und vermittelt die deutsche Kultur und Gesellschaft im Ausland. Für uns als Lernende ist das eine wertvolle Verbindung: Sprache lernen wir nie im luftleeren Raum, sondern immer eingebettet in den kulturellen Kontext.

Geleitet wird das Institut seit knapp 14 Jahren von Johannes Ebert. Der Orientalist und Islamwissenschaftler, geboren in Ulm und studiert in Freiburg, kennt die internationale Arbeit aus eigener Erfahrung: Von 2007 bis 2012 leitete er das Goethe-Institut in Moskau und die Region Osteuropa/Zentralasien. Heute stehen bei ihm Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation im Mittelpunkt.

Wenn das Budget schrumpft, verändert sich die Landschaft

Rund zehn Prozent des Budgets – knapp 24 Millionen Euro – wurden zuletzt gestrichen. Das klingt nach einer reinen Zahl, hat aber direkte Auswirkungen auf das, was wir vor Ort erleben können: Kursangebote, Veranstaltungen, kulturelle Programme. Wenn ihr plant, einen Deutschkurs an einem Goethe-Institut im Ausland zu besuchen, lohnt es sich, frühzeitig zu prüfen, welche Standorte aktuell geöffnet sind und welche Angebote es gibt. So vermeiden wir böse Überraschungen und können Alternativen rechtzeitig einplanen.

Ein Blick nach Russland – und was wir daraus mitnehmen

Wie t-online berichtet, hat Moskau angekündigt, die verbleibenden Goethe-Institute in Russland zu schließen – als Reaktion auf die deutsche Kündigung des Vertrags für das Russische Haus in Berlin. Neben der Hauptstelle in Moskau waren Einrichtungen in St. Petersburg und Nowosibirsk betroffen.

Präsidentin Gesche Joost sprach laut Mitteilung vom „Ende einer Ära". Bereits 2023 war die Zahl der Mitarbeiter stark reduziert worden. Deutscher Sprachunterricht blieb in Russland allerdings beliebt – in Moskau gibt es auch weiterhin Schulen mit Deutsch als erster Fremdsprache.

Für Lernende, die bisher Online-Angebote aus Russland genutzt haben, ändert sich dadurch der Zugang. Damit euer Lernfortschritt nicht ins Stocken gerät, ein paar praktische Schritte, die wir gemeinsam angehen:

  • Schaut euch nach Online-Kursen anderer Anbieter um – viele Sprachschulen bieten mittlerweile flexible Formate an.
  • Tauscht euch in Lerngruppen aus, zum Beispiel in sozialen Netzwerken oder vor Ort.
  • Wenn ein Aufenthalt in Deutschland möglich ist: Präsenzkurse an Volkshochschulen oder privaten Sprachschulen sind eine bewährte Alternative.

Was bleibt, ist eine Erkenntnis, die uns Mut macht: Sprache ist Brücke – und Brücken finden wir gemeinsam auch dann, wenn sich Wege ändern. Wir bleiben dran, ihr auch.